Als Einstieg und zur Vorbereitung der darauf folgenden #a2n_camp-Diskussion zur Urheberrechtsreform stellen zwei  Initiativen ihre Ansätze zur Lizenzierung von Musik vor. Wo liegen die Unterschiede, die Vorteile – und wie sind die unterschiedliche Ansätze in der Musikwirtschaft bereits integriert?

Die Tauschlizenz. Das Pilotprojekt – Volker Grassmuck
Zehn Jahre reden wir schon drüber. Ausprobiert wurde sie noch nie. Die Content- oder Kultur-Flatrate, Alternative Vergütungssysteme, licence globale, artistic freedom voucher, noncommercial use levy, licença de compartilhamento oder kurz: Tauschlizenz. Aufsätze und Manifeste gab es, Machbarkeitsstudien und Gesetzentwürfe, Panels und Diskussionen. Auch einige Anläufe zu einem Praxistest wie auf der Isle of Man und in China mit William Fishers Noank. Durchgeführt wurde keiner. Das soll sich jetzt ändern. Eine Einladung zum Mitmachen.
Die Literatuliste zum Thema

C3S: Gemeinsam Strukturen zur Verwertung von Gemeingut schaffen – m.eik michalke
Verwertungsgesellschaften halten in Europa seit vielen Jahrzehnten eine zentrale Stellung im Musikgeschäft. Der freiwillige Zusammenschluss von Kreativen zur gemeinsamen Rechtewahrnehmung ist nach wie vor eine gute, d.h. “internetzeitgemäße” Idee – wenn sie entsprechend implementiert wird. Theoretisch ließen sich in einer europaweit arbeitenden “Creative Commons Collecting Society” (C3S) die Vorteile von CC-Lizenzierung und Verwertungskollektiv sinnvoll miteinander verbinden. Was zu tun wäre, um die Theorie Praxis werden zu lassen, soll in dieser Session diskutiert werden.

 

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Freitag 04.11.2011 | Kater Holzig Galerie | 17:30 – 19:00

Alternative Lizenzierungs- und Vergütungsmodelle//Inputs [deutsch]//
I. Die Tauschlizenz. Das Pilotprojekt.
** Volker Grassmuck | Mediensoziologe | Autor | Aktivist

II. C3S: Gemeinsam Strukturen zur Verwertung von Gemeingut schaffen
**m.eik michalke | C3S
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Volker Grassmuck ist Mediensoziologe, freier Autor, Aktivist und Projektemacher. Er hat die Konferenzserie Wizards-of-OS.org und das Informationsportal zum Urheberrecht iRights.info geleitet, die Initiativen mikro-berlin.org und privatkopie.net mit gegründet, ist derzeit an der Leuphana Universität Lüneburg und bloggt unter vgrass.de.

 

Foto: Joi Ito, CC BY

Meik Michalke ist Initiator des Open Music Contests und Vorsitzender des tragenden OMC e.V., einem Verein zu Förderung freier Kunst und Kultur. Inspiriert durch den Kollektivgeist freier Software zählte er zu den Early Adoptern freier Lizenzen für (Rock-)Musik und veröffentlichte Ende der 1990er mit der Independent-Band /’angstalt/ sein erstes Album frei im Internet. Der erste Open Music Contest bewirkte 2005 einen PR-schub für Creative Commons Lizenzen in Deutschland. Der OMC fand bisher vier mal statt und produzierte insgesamt 11.000 CDs mit freier Musik, die kostenlos verteilt wurden. Seit Mai 2010 arbeitet Michalke maßgeblich an der Gründung einer eigenen Verwertungsgesellschaft für Creative-Commons-Musik mit (C3S).